Empörung³? Pufpaff!

Kabarettabend im Roxy mit Sebastian Pufpaff

Sonntag Abend begab sich eine Truppe Urspringer wieder einmal ins Roxy nach Ulm – diesmal, um den Kabarettisten Sebastian Pufpaff live in Aktion zu sehen.

Dieser gastierte dort mit seinem aktuellen Bühnenprogramm „Auf Anfang“, in welchem er die Ansicht vertritt, dass die Menschen nicht mehr fähig sind, die Welt um sich herum mit neutralem Blick wahrzunehmen. Um dem Untergang der Gesellschaft entgegenzuwirken und sich selbst wieder einzunorden, empfiehlt der Kabarettist, den inneren Wertekanon, der im Falle des Deutschen auch und vor allem beinhaltet, sich gepflegt über alles und jeden beschweren zu können, auf Null zu stellen – auf Anfang eben.Pufpaff-Pressefoto-3

Zu diesem Zweck lud Herr Pufpaff uns ein, dass er sich stellvertretend für die Zuschauer empört und griff dazu Anregungen aus dem Publikum auf. So verlief der Abend zwerchfellfordernd und ein Höhepunkt jagte den nächsten.

Unvergesslich sicher seine Performance des Versuchs, einen defekten Kopfhörer zu reklamieren und sich dabei königlich empören zu wollen, bei der ihm durch perfekten Service der Wind aus den Segeln genommen wurde: „Wir schicken Ihnen das bessere Nachfolgermodell, legen noch einen 20,-€-Gutschein oben drauf und sorgen dafür, dass die Lieferung Sie noch heute Nachmittag erreicht.“ Da kann man schon mal sprachlos sein.

Auch der Wortwitz durfte an diesem Abend nicht zu kurz kommen. Um potentiellen Besuchern nicht allzuviel zu verraten, sei an dieser Stelle nur ein Witz genannt: „Was ist das Lieblingstier von Supermodels? … Der Reiher.“

In knapp 2 Stunden nahm Sebastian Pufpaff uns mit auf einen Einblick in die Seele der Deutschen, um nach reichlicher Empörung den Kreis zu schließen, den er mit dem Bericht über seine Einquartierung in einem Romantikhotel begonnen hatte – statt das Dauergeknutsche abstoßend zu finden, solle man einfach mal mitmachen, so die Botschaft.

Den Abschluss des Abends bildete ein politisches Statement des Künstlers, in welchem er zum heutigen Jahrestag der Entstehung der PEGIDA-Bewegung an die Zuschauer appellierte, sich nicht durch weichgespülte populistische Botschaften blenden zu lassen, sondern die rassistische Denke hinter PEGIDA und AfD zu durchschauen und als solche zu entlarven.

Sinngemäß: Je weiter man entfernt steht, desto harmloser klingen die Botschaften von PEGIDA und AfD, doch wer nur nah genug kommt, sieht, dass neben aufgestellten Galgen auch das Hakenkreuz im Winde weht.

Wer einen Eindruck von Sebastian Pufpaff erhalten möchte, dem empfiehlt sich folgender Beitrag:

 

Quellenhinweis:

Photo by Manuel Berninger, http://www.fotoatelier-sued.de [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

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