Segeltörn 2.5

Tag 5: Bloß weg hier

Wurden am Abend von Tag 4 noch an Deck die Sterne dank fehlender Lichtverschmutzung bewundert, so fand man morgens keine Menschenseele mehr an Deck, der Regen hatte seine Wirkung nicht verfehlt, der Schock saß noch tief in uns allen. Nach Zirkeltraining und Frühstück konnten wir jedoch noch nicht gleich von Ameland flüchten, da wir erst mit der Flut die Segel setzen konnten. Deshalb beschlossen einige, die noch letzten verbleibenden Stunden auf der Insel auszunutzen. Andere, welchen der Regen übler mitgespielt hatte, begannen sich im Schiffsinneren Gedanken zu machen, wie man wohl SpaceX vorgreifen und den Mars jetzt schon besiedeln könnte (ob es dort wohl regnet?). Anders gesagt, sie begannen das bei den Mentoren und zunehmend auch bei den Schülern immer beliebter werdende Brettspiel Terraforming Mars zu spielen, bei welchem es darum geht, den Mars und seine Umstände so weit zu verändern, dass man darauf überleben könnte. Da man den Mars nicht mal gerade eben von heute auf Morgen bewohnbar machen kann, dauerte auch dieses Spiel länger als geplant und musste für die Ausfahrt um 13:00 Uhr unterbrochen werden, da es sonst bei einem solchen Wellengang und Windstärke dieser Größenordnung ein riesiges Chaos im Schiff gegeben hätte. So versammelte man sich an Deck und es ging los. Ja, Moment, aber wohin denn eigentlich? Ab heute war es geplant, auf den Kanälen und Binnenmeeren der Niederlande weiter zu segeln. Dafür mussten wir allerdings wieder, wie aufmerksame Leser wahrscheinlich noch wissen, wieder eine Schleuse passieren. Also ging es direkt wieder zurück, erneut wurden wir sicher über zahlreiche Untiefen manövriert, zum Festland. Die Winde waren uns gut gesonnen und manch mutiger Freiwilliger konnte sich sogar, allerdings mit Rettungsweste, in das Netz am Bug des Schiffes begeben, um direkt über das Wasser “hinweg zufliegen“. Als wir dann an der Schleuse angelangt und erfolgreich durchgefahren waren, schipperten wir nun über die Kanäle und passierten hierbei unzählige Zugbrücken und auch zwei weitere Schleusen warteten auf uns. Und als wäre das noch nicht genug, mussten wir das Streifen eines Baumes in Kauf nehmen, als wir plötzlich aufgetauchtem Gegenverkehr unvorbereitet ausweichen mussten. Beregnet mit Blättern und Ästen ging es dann weiter. Als wir jedoch gerade wieder Fahrt aufgenommen hatten, wartete die nächste böse Überraschung aus uns: Die vor uns liegende Zugbrücke wollte sich einfach nicht mehr öffnen. Nach genauerem Betrachten stellte man fest, dass wir dafür zu spät waren und nun bis 7 Uhr des nächsten Tages warten mussten um weiter zu kommen. Nachdem dieser Schock dann verdaut worden war, fanden sich dann einige oben an Deck und bekamen immer mehr Spaß daran, vom Schiff ins Wasser des Kanals zu springen. Als alle damit fertig waren, versammelte man sich, und überreichte Jurgen ein Mitbringsel und saß noch einige Zeit draußen. Zwei sehr abenteuerlustige Segler beschlossen sogar, im bereits erwähnten Netz zu nächtigen. Der Rest traute der Ruhe nicht und verzog sich wieder unter Deck.

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