Quo vadis, Urspringblog?

Leserzuschrift stellt Sinnfrage

In der Redaktion des Urspringblogs ging dieser Tage eine anonyme Leserzuschrift ein, in der der Schreiber ernste Sorgen bezüglich der inhaltlichen Ausrichtung dieses Blogs äußert. Urteilen Sie, liebe Leserinnen und Leser, selbst, bilden Sie sich eine Meinung und kommentieren Sie, wenn Ihnen der Sinn danach steht.

Wie jetzt ?!?

Wann ist eigentlich der Urspringblog zu einer PR-Seite mutiert ?

Ursprünglich wurde diese Seite gemeinsam von Dr. Alexander Bahar und Oliver Jung (der auch Inhaber dieser Domain ist) für ein Projekt mit Schülern ins Leben gerufen, um ihnen eine öffentliche Platform zu geben, die sie zum Schreiben der Dinge benutzen können, die Ihnen wichtig sind.

Per Definition ist ein Blog, oder ausgeschrieben ein Weblog, eine Art Internet-Tagebuch, auf dem jemand seine täglichen Erlebnisse und Eindrücke – hier aus dem Leben in Urspring – niederschreibt.

Inzwischen scheint es jedoch so, daß hier das Schreib-Maschinengewehr eines Einzelnen auf Dauerfeuer gestellt wurde.

Ich möchte hier Blog-Einträge von Schülern lesen und nicht semiprofessionelle PR, die in die etablierten Medien gehört.

In diesem Sinne:

Wir sind Anonymous.

Wir sind viele.

Wir vergessen nichts.

Erwartet uns.

6 Gedanken zu “Quo vadis, Urspringblog?

  1. Dann, liebe Viele von Anonymus, schreibt doch bitte Beiträge! Wir Eltern würden gerne etwas aus dem täglichen Leben von euch lesen, nutzt diesen Weblog, schreibt über eure täglichen Vorkommnisse, über die Eisbahn zum Schlittern, über das Essen und die Gemeinschaft, über Ausflüge und erzählt doch mal nächste Woche täglich einer über eure Projektwoche und was ihr da so macht. Ihr seid viele? Prima. Dann ist ja ein Leichtes, dass von den Vielen jeden Tag ein paar was berichten können, statt dass nur einer eurer Lehrer sich verantwortlich fühlt das zu tun, neben seiner Arbeit, in seiner Freizeit. Ich freue mich über euer Engagement und auf eure Berichte, die ihr hier gerne beitragen wollt. Denn nur wenn ihr Schüler was schreibt, wird hier auch was von Schülern zu lesen sein. Nicht anklagen, zurück lehnen und abwarten, was passiert. Sondern selbst die Veränderung sein, die man in der Welt sehen will.
    Ich habe gerne die Fortsetzungsgeschichte der Grundschüler gelesen. Es ist also kein Dauerfeuer eines einzelnen Schreibers wie ihr moniert, sondern es wurde eingestellt was die Schüler geschrieben haben. Was die Kleinen hinbekommen werdet ihr doch sicher auch machen können ? Ich bin gespannt und freue mich von euch zu lesen. Ich erwarte euch.
    Nicht anonym,
    Christina Biller, Mutter zweier Schüler dieser Schule

  2. Werte Frau Biller, ich danke Ihnen für Ihren engagierten Beitrag zur Diskussion.

    Ich möchte an dieser Stelle für Sie und natürlich auch unsere Leserschaft ein paar Fakten zur Unterfütterung der Diskussion einstreuen.

    Die Redaktion des Urspringblogs hat aktuell ein Attraktivitätsproblem, welches vielfältige Gründe hat. Konkret bedeutet dies, dass neben Herr Dr. Bahar und meiner Wenigkeit – Stand heute – nur noch zwei Schüler mitarbeiten. Die „Vielen“, die unser anonymer Leser andeutet, beziehen sich auf das Wesen der Gruppe „Anonymous“ – im konkreten Fall können die „Vielen“ für eine nicht näher definierte Zahl von Lesern stehen, die ihre Stimme nicht erheben, hinter vorgehaltener Hand aber Unzufriedenheit mit der inhaltlichen Ausrichtung des Blogs hegen – schreibende Schülerinnen und Schüler sind es jedenfalls nicht.

    Viele Schülerinnen und Schüler nutzen den Blog in erster Linie als Informationsplattform zum Abruf des Speiseplans und der Informationen im Downloadbereich. An der Erstellung von eigenen Inhalten sind sie leider nicht interessiert.

    Die verantwortlichen Lehrer – Jung und Bahar – sind darüber gelinde gesagt nicht froh; daraus entstand bereits eine Grundsatzdiskussion, ob – wenn die Schüler nichts liefern – wir überhaupt etwas schreiben sollen oder nicht. Schließlich soll der Urspringblog ein Blog von SchülerInnen für SchülerInnen sein; und nicht die Spielwiese zweier Lehrer, denen der Blog ein persönliches Anliegen ist.

    Zum Engagement ein paar Worte: Weder Herr Dr. Bahar noch ich erhalten für die Arbeit mit den Jugendlichen und für die Arbeit am Blog eine Vergütung; der Unterschied in den Veröffentlichungen von uns beiden besteht darin, dass Herr Dr. Bahar die im Rahmen seines Postens als Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit entstandenen Texte auf dem Blog weiterverwendet, ich hingegen privat für den Blog schreibe und nebenbei auch noch die Rubrik Service auf dem aktuellsten Stand halte.

    Die Frage, die zur Diskussion steht, ist folglich, ob man bei mangelnder Schreiblust der Schülerinnen und Schüler selbst für ansprechende Inhalte sorgt, oder ob man den Blog ruhen lässt, bis die Schülerinnen und Schüler wieder Lust haben und Beiträge liefern.

    Mir wurde verschiedentlich angeraten, ich solle nicht mehr so viel schreiben, da sich andere Redaktionsmitglieder sonst ausruhen würden. Dies habe ich getan. Die kritisierte „Veröffentlichungsflut“ Herrn Dr. Bahars ist folglich ein Symptom meiner Zurückhaltung und des Nichtlieferns der restlichen Redaktionsmitglieder. Berechtigt kritisieren lässt sich, ob ein Teil dieser Beiträge nicht besser auf der Homepage der Urspringschule platziert worden wären, um den Blog nicht zu einer Werbeplattform werden zu lassen; wohl unberechtigt ist der Vorwurf, Herr Dr. Bahar vereinnahme den Blog für sich: wenn von Schülerseite nichts kommt, kann von dieser auch nichts veröffentlicht werden.

    Hier bedarf es sicherlich einer eingehenden Diskussion und Aussprache, um die Ziele der redaktionellen Arbeit (er)neu(t) zu definieren.

    Ich kann mich Ihrem Appell, werte Frau Biller, nur anschließen: „Nur wenn ihr Schüler was schreibt, wird hier auch was von Schülern zu lesen sein. Nicht anklagen, zurück lehnen und abwarten, was passiert. Sondern selbst die Veränderung sein, die man in der Welt sehen will.“ Damit ist alles gesagt.

    Abschließend möchte ich an unseren Anonymous appellieren, sich der öffentlichen Diskussion zu stellen. Sein Beitrag und die darin enthaltene Kritik haben sicherlich ihre Daseinsberechtigung und sind Stein des Anstoßes, doch sollte man dies nicht aus dem Schatten der Anonymität heraus tun, sondern offen zu seiner Meinung stehen.

    Mit besten Grüßen

    Oliver Jung

    • Sehr geehrter Herr Jung,

      mir ist klar, dass der oder die Verfasser sich dieses bekannten Mems Anonymus bedienen, um Aufmerksamkeit zu bekommen und zu suggerieren, dass es noch mehr so Denkende gibt. Deswegen ja die vielen Schlagworten von Anonymus in meinem Kommentar, der auch ein bißchen provozieren sollte, wenn ich die „Vielen“ aufrufe doch was zu schreiben 😉
      Aber eben dieses Verstecken dahinter finde ich schade. Die Schule bringt meinen Kindern bei, für sich und andere einzustehen, das sehe ich jeden Tag. Darüber freue ich mich und würde mir wünschen, dass die Verfasser sich getraut hätten, die Kritik, oder sagen wir besser: die durchaus begründeten Wünsche der Schüler, in eigenem Namen vorzubringen. Weil man nämlich nur gemeinsam etwas verbessern kann, und das geht nun mal nicht, wenn man solche Aufrufe anonym bekommt.
      Daher will ich auch gar nicht weiter schreiben, ich bin ein Elternteil, Sie sind Lehrer, und damit sind wir genau die, die hier nicht schreiben sollen in Augen der Schüler. Wir sind also die falschen Empfänger dieses Aufrufs für mehr Schülerartikel.

      Schreibt ihr Schüler doch bitte eure Kommentare, was ihr geändert haben möchtet, oder besser, schreibt den Artikel, den ihr hier gerne sehen würdet 🙂
      Sonnige Grüße
      Christina Biller

  3. Ich war Anonymous.
    Ich heiße Michael Schroeder.
    Ich WAR Schüler der Urspringschule.
    Ich bin Mitarbeiter dieser Schule.
    Ich bin besorgt.

    Unter der Deckung der Guy Fawkes Maske schrieb ich das, was seit einiger Zeit einigen Schülern
    auf der Leber lag.
    Sie möchten und werden auch weiterhin anonym bleiben.
    Es repräsentiert auch meine Meinung.

    Diese Domain hat Oliver Jung registriert. Administrativer Ansprechpartner ist Oliver Jung.
    Letztendlich entscheidet NUR er, ob ,was und wie hier veröffentlicht wird.

  4. „Ich bin besorgt.“
    Ich auch.
    Ich war auch mal im Urspringblog. Ein paar Mitleser hier werden wissen warum ich ausgestiegen bin.

    Ich denke der Blog sollte sich mal wieder zusammensetzten und sowohl über die inhaltliche Ausrichtung, sowie über die Organisation und die Gestaltungs- und Meinungsfreiheit die man den Schülern lässt nachdenken. Sollte es soweit kommen bin ich gerne mal wieder dabei.

    Ich möchte an dieser Stelle noch einmal an den Zwiebelkuchen erinnern. Damals haben sich Schüler getraut den Mund auf zu machen und zu kritisieren. Mich besorgt, dass dieser Mut nicht mehr da ist. Ich möchte jetzt hier nicht spekulieren woran das liegt. Also anonyme Schüler schreibt Kommentare und seid kritisch.

    Oder um Herr Palm zu zitieren: „Der Urspringblog ist eine Experimentierplattform.“ Also nutzt ihn auch so und für die Lehrer gilt: lasst ihn auch so nutzen.

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