„Mehr in die Stadt hineinstrahlen!“

Der designierte Schelklinger Bürgermeister Ulrich Ruckh im Interview mit Redakteuren des Urspringblog.

Der designierte Schelklinger Bürgermeister Ulrich Ruckh im Gespräch mit Redakteuren des Urspringblogs.

Interview mit dem designierten Bürgermeister Ulrich Ruckh ─ Teil 1

Wie die interessierten Leser des Urspringblogs wissen, hat Schelklingen Ende Oktober einen neuen Bürgermeister gewählt. Ulrich Ruckh, der bisherige Kämmerer der Stadt, konnte die Wahl für sich entscheiden. Der Urspringblog wollte Herrn Ruckh, der sich den Urspringern bereits während einer Podiumsdiskussion vor Ort vorgestellt hatte, sowohl persönlich zu seinem Wahlerfolg gratulieren als ihn auch zu den konkreteren Pläne für seine im Januar 2016 beginnende Amtszeit befragen. Deshalb führten zwei unserer Redakteure, Heinz-Wilhelm Schäbe und Dr. Bahar, am 27. November ein Interview mit dem designierten Schelklinger Bürgermeister.

Dies ist der erste von drei Teilen – er beschäftigt sich mit Fragen, die Urspring konkret betreffen.


H.-W. Schäbe: Herr Ruckh, wie gründlich konnten Sie sich bereits einen Überblick über die Planungssituation des benötigten Breitbandanschlusses für die Urspringschule verschaffen?

U. Ruckh: Da habe ich mich in meiner bisherigen Arbeit noch nicht gründlich eingearbeitet. Ich weiß, dass es ja die Möglichkeit der Förderung von Schulen gibt. Das ist ja jetzt veröffentlicht worden; mit den neuen Fördermöglichkeiten, die im Oktober in Gesetzesform gegossen wurden. Wie sie genau anzuwenden sind, wissen alle Beteiligte aber noch nicht.
Klar ist, wir brauchen einen Plan. Da gibt es eine Netzplanung und die ist zunächst einmal Grundlage für Fördermöglichkeiten. Dies würde jetzt für Urspring bedeuten, dass man zeitnah versucht, über den Landkreis – Sie kennen den Begriff Com.pact.net, wo die Stadt Schelklingen, der Landkreis beteiligt ist – etwas zu erreichen. Der ist da sehr aktiv und unterstützt uns sicher auch. Dies würde bedeuten, es wäre notwendig, dass schnell ein Plan gemacht wird. Das können wir aber nicht von uns aus allein so veranlassen. Nur dann gibt es die Möglichkeit, auch an die Fördermittel zu kommen und dann ggf. dies baulich umzusetzen. Es ist wie immer bei solchen Sachen – es braucht einen Vorlauf, es braucht einen Wegeplan und es braucht Zeit.

A. Bahar: „Wegeplan“ – ist das ein spezieller Fachbegriff?

U. Ruckh: Da geht es einfach darum, wie künftig die Kabelnetze, die Glasfasernetze liegen. Wir gehen ja davon aus, dass das [die Anbindung Ursprings an das schnelle Internet; die Red.] über Glasfaser gelöst wird. Wir müssen also ermitteln, welche Kapazität wir benötigen, wie die Kabel zu legen sind und dann auch überörtlich zusammengeführt werden. Das ist auch der Grund, weshalb sich in Com.pact.net mehrere Gemeinden zusammengeschlossen haben, weil wir möchten, dass es insgesamt ein großes Netz gibt, das dann auch funktioniert.

H.-W. Schäbe: Wie wird aus Ihrer Sicht der Weg zu einem besseren Internet in Urspring aussehen?

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U. Ruckh: Eben über diesen Plan und dann über einen Zuschussantrag der Urspringschule. Die Schule wird wohl antragsberechtigt sein. Ich denke, da wird sich dann auch Ihr Wirtschaftsleiter Herr Meth darum kümmern, da dies wohl in seinen Zuständigkeitsbereich fällt. Da werden wir zeitnah einen Termin suchen müssen, wie man das umsetzt.

A. Bahar: Sie sprechen von einem Zuschuss des Landes Baden-Württemberg über das Landratsamt?

U. Ruckh: Ja, ich denke, dass das über das Land läuft. Wobei die Verfahrensabläufe im Einzeln derzeit noch nicht feststehen; das ist eine neue Fördermöglichkeit, und da braucht es natürlich eine Infrastruktur. Im Regelfall gibt es dann noch Verwaltungsvorschriften, das sind einfach Handlungsrichtlinien, die in der Qualität unter einem Gesetz stehen, aber wo man aufzeigt, wie die Abläufe sind.

H.-W. Schäbe: Welchen Zeitraum halten Sie für realistisch?

U. Ruckh: Wenn’s optimal läuft zwei Jahre, aber ich bleibe immer noch bei 2 Jahre +.
Wenn wir davon ausgehen, dass die Planung in Urspring erfolgt, dann wird der Start frühestens im Frühjahr 2016 sein. Wenn es jetzt optimal läuft, dann sind wir nächstes Jahr um diese Zeit so weit, dass es ein Planwerk gibt. Und auf dieser Grundlage wird dann der Zuschussantrag gestellt, entweder über die Schule, wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind, oder über kommunale Fördermöglichkeiten. Wenn die Stadt den Antrag stellt, würden wird das natürlich innerhalb der Gemeinde in einen Gesamtkontext stellen müssen,. Darüber gehen sicherlich auch nochmal eineinhalb Jahr ins Land. Und dann muss so eine Leistung natürlich ausgeschrieben werden, vergeben werden. Ein solches Verfahren dauert drei Monate, und dann sind wir – immer vorausgesetzt, dass es optimal läuft – Spätherbst 2017.
Da eine bauliche Umsetzung im Winter immer sehr schwierig ist, sind die 2 Jahre, selbst wenn’s optimal läuft, schon rum, bis ihr einstecken könnt.

Ich weiß, es ist sehr schwierig. Als Schüler haben Sie ja einen begrenzten Zeitraum in Urspring. Das ist sehr, sehr nervig. Und dann muss man auch sehen, diese Technik hat natürlich in den letzten Jahren wahnsinnig an Geschwindigkeit und Komplexität zugelegt. Da ist hier die Infrastruktur einfach nicht vorhanden, und dies dauert seine Zeit. [Zu H.W. Schäbe:] Für Sie ist es bedauerlich, weil Sie es wahrscheinlich nicht oder kaum erleben werden, dass Sie wirklich ein leistungsfähiges Internet haben. [Zu Dr. Bahar] Für Sie als Schule insgesamt hingegen ist es trotzdem notwendig, schon allein aus Wettbewerbsgründen. Ich denke auch, bei Euch ändert sich dann einiges auch bei den Unterrichtsformen.

A. Bahar: Das wird natürlich auch erwartet, von Schüler- als auch von Elternseite. Da sind wir als Schule gewissermaßen in der Pflicht.

U. Ruckh: Das ist der Nachteil – so schön Urspring von der Lage her ist –, wenn man sich irgendwo außerhalb von den Ballungszentren bewegt.

A. Bahar: Ich hätte noch eine Frage zu dem Plan, den Sie angesprochen haben. So ein Plan ist ja etwas Komplexes. Kann die Urspringschule einen solchen Plan selbst erstellen? Oder wird die Schule ein Planungsbüro beauftragen müssen?

U. Ruckh: Es wird eher so laufen, dass Sie ein Interesse anmelden, möglichst schnell ein leistungsfähiges Internet zu erhalten, da bei Ihnen diese Möglichkeiten nicht gegeben sind. Diesen Plan werden Sie als Schule nicht selbst erstellen müssen, sondern Sie melden Ihr Interesse an und definieren, warum dies notwendig ist. Daraufhin wird man recht schnell an einen Tisch kommen – Schule, Landkreisvertreter, Kommune, und dann wird man schauen, dass man das in die Regionalplanung als dringende Planung für Urspring reinbringt.

H.-W. Schäbe: Kommen wir zu einem anderen Thema. Wie ist der Status quo bezüzglich der Buswendeplatte vor den Toren Ursprings?

U. Ruckh: Das Anliegen ist hier bekannt. Da gibt es im Augenblick aber noch keine konkrete Planung. Es wird wohl Frühjahr 2016 werden, bis wir uns in dieser Sache mit dem Landkreis auseinandersetzen. Dieser Punkt gehört zu den Dingen, die im Zusammenhang mit der Schülerbeförderung allgemein besprochen werden müssen.

H.-W. Schäbe: Wie stellen Sie sich eine gelingende Zusammenarbeit zwischen der Stadt Schelklingen und der Urspringschule vor? Was versprechen Sie sich als zukünftiger Bürgermeister davon?

U. Ruckh: Ich würde mir wünschen, dass die Urspringschule und die Stadt – zunächst einmal die Stadtverwaltung – sich wieder besser miteinander vernetzen. Ich hatte gestern ein Gespräch mit Ihrem Stiftungsvorsitzenden Herrn Palm. Da kamen wir unter anderem auch auf das Konzert am Wochenende in der Urspringkirche [„Wort und Orgel“, die Red.] zu sprechen. Allerdings haben wir in Schelklingen parallel Nikolausmarkt, und dann wird gleichzeitig auch die sanierte Herz-Jesu Kirche eröffnet. Wir haben also mehrere Veranstaltungen in Schelklingen und in Urspring, das ja ebenfalls zu Schelklingen gehört, fast gleichzeitig. Wahrscheinlich werden daher relativ wenig Leute nach Urspring kommen. Das ist schade, denn wenn man sich schon die Mühe macht und etwas anbietet, dann wäre es doch nett, wenn das von der allgemeinen Schelklinger Bevölkerung auch angenommen würde.

Wir wollen deshalb versuchen, eine gewisse Planabstimmung zu erreichen, damit man sich nicht unnötig gegenseitig Konkurrenz macht. Auch wenn sich Überschneidungen nicht immer vermeiden lassen, erscheint mir ein Austausch über geplante Veranstaltungen sinnvoll. Auf dieses Weise erwächst mit der Zeit etwas, und das wird mit Sicherheit auch zu einer Verbesserung des Verhältnisses führen. Im Augenblick ist für uns in der Kernstadt – ich sag’s jetzt mal negativ – Urspring irgendwo dahinten, wir merken eigentlich nicht viel von Urspring. Das ist schade, denn bei Ihnen läuft viel, da sind viele junge, aktive Menschen. Von daher wäre es schön, man würde in Schelklingen mehr von diesem Leben spüren, dieses Leben würde mehr zu uns in die Stadt hineinstrahlen.

Auch hier in der Kernstadt haben wir die Situation, dass viele Jugendliche Möglichkeiten suchen, ihre Freizeit zu gestalten. Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass sich da etwas Gemeinsames ergeben könnte, dass der oder die eine oder andere Urspringer/Urspringerin auch mal gern außerhalb von Urspring etwas unternehmen würde und, wenn es die Möglichkeit gibt, auch Jugendliche von uns, die bisher keinerlei Berührungspunkte mit Urspring haben, mal zu Ihnen kommen, weil es da Angebote gibt, die gerade für Jugendliche geeignet sind.

Dies war Teil 1 des Interviews mit Ulrich Ruckh. Teil 2 folgt.

Interview: Heinz-Wilhelm Schäbe, Dr. Alexander Bahar

 

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