Ski Marke Eigenbau – SWR-Fernsehen zu Gast in Urspring

Schweres Geschütz wurde am vergangenen Donnerstag in der Schreiner-Lehrlingswerkstatt der Urspringschule aufgefahren. Bewaffnet mit Fernsehkameras und Tonaufnahmegeräten rückte ein Team des SWR-Landesstudios Ulm bei den Ausbildern Manuel Stöckle und Klaus Dursch und ihren Lehrlingen Jonas Abb, Lukas Holtmann, Maximilian Köpf und Heinz-Wilhelm Schäbe an. Die hatten die Werkstatt aus diesem Anlass blitzblank geputzt, wollte man doch im Fernsehen in jeder Hinsicht einen guten Eindruck machen. Im Visier der Fernsehleute: Ski Marke Eigenbau in Urspring.

SONY DSC

Die Schreiner-Ausbilder Klaus Dursch und Manuel Stöckle (v.l.) vor selbstgefertigten Skiern aus Urspring.

Hochinteressiert ließen sich Moderator Bernd Schlecker und sein Team von Klaus Dursch und dem angehenden Schreinergesellen Maximilian Köpf (Abi 2015) die Feinheiten der Urspringer Ski-Fertigung erklären. Dabei erfuhren sie nicht nur, dass die in Urspring hergestellten Skier neben einem Escheholzkern auch eine Echtholzfurnierung aufweisen und zu einem guten Teil aus Urspringer Holz gefertigt werden, sondern auch Details über den kaltgepressten, gesinterten Rennbelag, der optimale Laufeigenschaften der Unikate garantiert. Die Arbeiten, die bei der Skifertigung zur Ausführung kommen, so Klaus Dursch, gehören dabei durchgängig zum regulären Repertoire der Schreinerausbildung. Auf die Urspringer Ski-Werkstatt aufmerksam geworden waren die TV-Redakteure des SWR-Landesstudios Ulm durch einen Bericht im Hörfunk des SWR 4. Sofort erkannten sie: ein schönes Bildthema, fürs Fernsehen ideal.

In dem skibegeisterten Maximilian Köpf, Schreinerlehring im dritten Lehrjahr, fanden sie einen idealen Protagonisten für den Beitrag, der am Montag, 7. Dezember, ab 18.45 Uhr in der SWR Landesschau aktuell unter der Rubrik „Kurz & Bündig“ zu sehen sein wird. „Ich hab‘ mein Abi in der Tasche“, erklärte der stolz und berichtete auf Nachfrage von der Planung seines Gesellenstücks. Wie das denn so sei, wenn man auf seinen selbstgefertigten Skiern stehe, will Moderator Schlecker wissen. „Das ist schon ein völlig anderes Gefühl!“, so Köpf enthusiastisch.

SONY DSCSONY DSC

Harte Arbeit. Rund 70 Stunden benötigt ein Lehrling, um ein Paar Urspringer Qualitäts-Ski herzustellen.

Wenn man sich daran aber einmal gewöhnt habe, sei es nur noch toll, auf seinen selbstgebauten Skiern die Abhänge hinunterzuflitzen. Allerdings tue es auch richtig weh, „wenn einem andere Leute über die Skier fahren“, lässt Köpf den Moderator wissen und zeigt auf die deutlichen Kratzspuren in seinen Skiern. „Das passiert beim Liftanstehen. Wenn da einer drüberfährt, hinterlässt das Spuren.“

Maxi Köpfs Ärger über die Rücksichtlosigkeit mancher Skifreunde ist verständlich, wenn man weiß, welche Arbeit in so einem Paar Ski steckt. 40 Arbeitsstunden benötigt Schreiner-Ausbilder Klaus Dursch für ein Paar Selbstgefertigte, ein Lehrling gar 70 Stunden. Was das in Euro mache, will Schlecker wissen. 1600 bis 2000 Euro, sagt Durch, und das sei noch knapp kalkuliert. „Doch unsere Ski sind unverkäuflich!“, fügt er an.

Fotos: Bahar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.