Team Urspring goes USA … und staubt ab!

Erste Eindrücke aus dem Mutterland des Basketball

Immer pünktlich zur Weihnachtszeit – wenn die restlichen Urspringer sich in die wohlverdienten Ferien verabschieden – machen sich Urspringer Basketballer auf den Weg über den großen Teich ins Mutterland des Basketball: die USA!

Sie beweisen sich in mehreren Turnieren und haben dabei die Chance, für ein Collegeteam gescoutet zu werden. In Kooperation mit dem Team Ehingen Urspring veröffentlicht der Urspringblog den ersten Reisebericht unserer Basketballer:

TEAM URSPRING – USA Trip 2015 – Teil 1

18./19.12.15: Der Weg zum Ziel verläuft selten gerade

Am Freitag um 10:40 Uhr fliegen Joel, Marko, Jonas und Finn von München los. Nico, JoJo und Willy – ein Gastspieler aus Nürnberg – folgen um 12:15 Uhr. Problemlose Reise und Betreten des amerikanischen Bodens, Übernahme des ersten Mietwagens durch „Dr.Mota“.

Philippe (angehender Arzt, momentan in der Physiotherapeutenausbildung) und Janic fliegen am Samstag über Wien von Frankfurt aus in die USA-

Jan (Physiotherapeut seines Zeichens), Thorben (Gastspieler aus Quakenbrück) und Arthur düsen aus München los, Abflug 08:00 Uhr.

Mit Felix machen sich Noah und Pal auf über den Atlantischen Ozean. Vom Franz-Josef-Strauß-Flughafen geht es mit Verspätung ab. Gott sei Dank, sonst wäre es knapp geworden. Um Weihnachten herum sind einfach immer viele Menschen unterwegs…

Jan und seine Entourage treffen Dr. Motas Truppe in Atlanta und erwarten die verspäteten Ankömmlinge um Felix. Sie sind nicht die einzigen Wartenden. Ein Teil von Noahs Familie ist da und freut sich riesig, den lange nicht mehr gesehenen Jungen zu begrüßen. Es bleibt leider nur wenig Zeit für familiäre Freude. Ab zum Mietwagencenter. Das letzte Auto muss gemietet werden. Philippe und Janic, die beiden „Frankfurt- Wien-USA-Flieger“ sind dorthin beordert worden. Tatsächlich, während sich die Hertz-Autovermietungsdame redlich Mühe gibt, stehen die beiden Jungs plötzlich da. Alle haben es geschafft. Nur das Auto fehlt noch, aber: „It´s Holiday Season, and all the big cars are gone…!“ Die Erklärung der Dame macht Sinn, trotzdem dauert es gefühlte Stunden. Wir werden Zeugen einiger routinierter Unterhaltungen mit dem Service-Personal via Funkgerät, und dann endlich ist es soweit: der KIA steht frisch gewaschen bereit zum Einstieg… Auf dem Parkplatz vor dem riesigen Mietwagenkomplex treffen sich die einzelnen Reisegruppen zum ersten Mal. Die Freude ist nicht überschwänglich, was nicht an mangelnder Zuneigung liegt. Nein. Alle sind nach ihrem Trip einfach todmüde. Eine kurze Begrüßung. Abfahrt. Kurzer Stopp bei Wendy´s Drive-Through, um wenigstens etwas im Magen zu haben, und los geht’s. Ist ja nicht so, dass einmal den Atlantik überqueren reichen würde. Es schickt sich einfach, im Anschluss noch eine schlappe vierstündige Autofahrt dranzuhängen. Die deutsche Van-Karawane schlängelt sich über die amerikanischen Überlandstraßen zielstrebig ihrem Ziel entgegen. Einzig Urinausstoß-Stopps oder Koffeinaufnahme können die Karawane kurzzeitig aufhalten. Irgendwann nachts, es mag 3:00 Uhr gewesen sein, ist es dann tatsächlich soweit: das Days Inn in Goodlettsville ist erreicht, unsere Heimat für die nächsten sechs Tage. Check-in. Zimmerverteilung. Abmarsch. Schlafen…

20./21.12.15: Integration, Dank & Unerfreuliche Überraschung

In unmittelbarer Nähe unseres Hotels befindet sich alles, was man zum Konsumieren braucht: Fast Food Restaurants, Tankstellen, unzählige weitere kleine Läden und mehrere große Shopping-Geschäfte. Wie auch in Deutschland ist es unheimlich mild, fast möchte man sagen spätsommerlich. Irgendwie komisch im Dezember.

Es kann uns aber auch reichlich egal sein. Wir sind schließlich nicht des Winters wegen gekommen, sondern um Basketball zu spielen. Und das wird gleich am ersten Tag deutlich. Um 13:00 Uhr versammelt sich die fast komplette Mannschaft (Max spielte tags zuvor noch mit der ProB in Frankfurt und wird am Abend in Nashville eintreffen) zum ersten Training in der Halle der Pope John Paul II High School in Hendersonville. Extrem intensive zwei Stunden lang arbeiten Spieler und Trainer daran, die lange Reise aus den Gliedern zu bekommen, ein Gefühl füreinander zu entwickeln und sich mit den von unseren abweichenden Regeln auseinandersetzen… kein leichtes Unterfangen. Es ist sehr viel zu tun. Allen voran steht die Integration der Gäste. Wie bereits im letzten Jahr sind Spieler vom Partner in Nürnberg dabei. Ein großer Dank sei an dieser Stelle an die Verantwortlichen aus Quakenbrück ausgesprochen, dass Thorben dabei sein darf!

Großartig ist: die Einstellung der Jungs stimmt. Auch im zweiten Training am Abend geben sie Vollgas und versuchen, die unzähligen Informationen aufzunehmen und umzusetzen. Duschen. Abfahrt zur Güldenen Koralle. Das „All you Can Eat“-Restaurant hat nach unserer Ankunft noch eine halbe Stunde offen. Genug Zeit für die jungen Herren, sich den Magen vollzuschlagen und die Energiespeicher wieder aufzufüllen. Nico fährt direkt von dort zum Flughafen und sammelt Maxi ein, der Rest zurück ins Hotel und zur Ruhe kommen. Herr Eisele trifft pünktlich ein, stößt im Hotel zur Mannschaft und verabschiedet sich in sein Bett.

Einigen Spielern war nicht klar, dass auch eine Einheit von 09:15-10:15 Uhr mit voller Intensität stattzufinden hat. Wir haben einfach wenig Zeit und die müssen wir nutzen.

Zurück ins Hotel wo die Jungs ein spektakuläres Sandwich-Büffet erwartet, das fachmännisch von Jan und Philippe auf zwei Bügelbrettern aufgebaut wurde.

Nach kurzer Ruhephase ist Abfahrt zum ersten Spiel. Oder besser: vermeintlichem Spiel. Princeton Hall aus North Carolina ist eine Viertelstunde vor Spielbeginn immer noch nicht aufgetaucht und uns wird mittgeteilt, dass auch keiner der Organisatoren etwas von der Schule oder deren Coach gehört hat. Für die Spieler eine schwierige Situation. Die Vorfreude auf das erste Spiel war groß, jetzt ist einfach kein Gegner da. Das ändert sich auch nicht. Ohne sich bei irgendjemandem zu melden, erscheint Princeton Hall einfach nicht. Ok. Lösung muss her. Wir entscheiden uns, ein internes Testspiel zu machen und teilen zwei Sechser Teams ein. Schiedsrichter und amerikanische Regeln lassen uns ein Gefühl für das „andere Spiel“ bekommen, das hier gespielt wird. Wir können an unseren Dingen arbeiten, versuchen, an unserer Abstimmung zu feilen und trotzdem ist ein fader Beigeschmack dabei. Alle sind heiß darauf, sich mit den Amerikanern zu messen. Vor allem deswegen sind wir hierher gekommen… .

Im asiatischen All-you-can-eat Restaurant schlagen sich die Jungs wieder die Mägen voll. Es ist aber nicht das gute Essen, das in Erinnerung bleibt. Vielmehr ist es die unheimlich nette Bedienung, die sich beinahe penetrant aufmerksam um uns kümmert und das Wasser bereits nachfüllt, wenn erst ein Schluck getrunken wurde. Ihre Freundlichkeit, ihr Lächeln und ihre Art sorgen für Erheiterung bei uns und wir kommen mit ihr ins Gespräch. Sie versucht sich an deutschen Vokabeln, Nico zelebriert seine Chinesisch-Kenntnisse und es wird viel gelacht. Auf Nachfrage erklärt sie, dass sie zum Geld verdienen hierher gezogen sei, weg von ihrer Familie. Sie lebt in einem kleinen Zimmer bei ihrem Boss. Um ihren Traum vom Studium zu finanzieren, arbeitet sie sechs Tage die Woche immer mindestens 12 Stunden pro Tag… beeindruckend, mit welchem Einsatz und mit welcher Freude sie für ihren Traum schuftet!

22./23.12.15: Erste Spiele, Regeneration, Tornados & Touristische Aktivitäten

Heute muss es endlich so weit sein! Auf dem Tagesprogramm stehen zwei Partien. Wir springen für die nicht aufgetauchten Princetoner als Ersatz ein. Um die Belastung für die Jungs zu steuern, setzen zwei Spieler im ersten Game aus und zwei weitere haben nach dem morgendlichen Training erfahren, dass sie nur reduzierte Einsatzzeiten bekommen.

Der Start gegen Nashville Central Christian geht vollkommen in die Hose. Wir haben zu viele Ballverluste, uns fehlt Intensität und der Gegner überwältigt uns mit seiner Energie. Auszeit nach einigen Minuten. Unser Rückstand beträgt bereits über zehn Punkte. Bis zur Halbzeit gelingt es uns nicht, diesen Rückstand aufzuholen. Nach dem Seitenwechsel steigert sich TEAM URSPRING deutlich. Über eine bessere, intensivere Verteidigung wird das Spiel gedreht und plötzlich fallen mehrere Würfe in Serie. Besonders Marko Sarac drückt dem Spiel in dieser Phase mit drei Dreiern seinen Stempel auf. Innerhalb weniger Minuten ist der Spielverlauf auf den Kopf gestellt. Aus dem 10-Punkte Rückstand ist eine 14-Punkte Führung geworden. Das Potenzial des Teams blitzt in dieser Phase deutlich auf, die nötige Konstanz fehlt aber noch. In der hektischen Schlussphase bewahrt das Team trotzdem die Ruhe und der erste Sieg auf amerikanischem Boden ist unter Dach und Fach.

Zurück im Hotel klopft es an der Tür der Coaches. Pal steht vor der Tür und stellt uns einen 8-köpfigen Teil seiner Familie vor. Sie sind aus Chicago und Brooklyn gemeinsam nach Tennessee gefahren um ihren Neffen bzw. Cousin zu treffen und beim Spielen zuzusehen. Gut, dass sie für das zweite Spiel angereist sind – am Mittag pausierte Herr Gothra nämlich… .

Abends zu Spiel #2 ist die Halle gut gefüllt. Spielervorstellung und Nationalhymnen sorgen für einen besonderen Rahmen. Gegner ist die Equipe der John Pope II High School. Die Partie beginnt mit zwei Freiwürfen. Für das Heimteam natürlich. Zwar hätte der Hauptschiedsrichter unsere „illegalen“ Nummern durchgehen lassen (Trikotnummer 98 geht beispielsweise nicht), seine zwei Kollegen überstimmten ihn aber. Es bleibt nichts anderes übrig, als uns mit einem Technischen Foul zu bestrafen. Klar, danke. So ist wenigstens von Beginn an deutlich, dass wir uns über nichts wundern dürfen, was von Seiten der Refs passieren wird. Unser Fehlstart (nach wenigen Minuten liegen wir mit 2:15 im Hintertreffen) hat mit den Offiziellen rein gar nichts zu tun. Wir haben mit der Zonenverteidigung riesige Schwierigkeiten. Es liegt besonders an einem grundlegenden Problem: Wir stellen uns einfach nicht richtig auf und so passieren uns immer wieder Fehler. Im dritten Viertel beginnen wir dann endlich das zu machen, was wir vorhaben und prompt gelingen uns gute Offensivaktionen. Zum Ende hin fehlt uns leider die Kraft das Spiel noch zu drehen, der Lerneffekt ist aber super wichtig. Verstehen die jungen Herren, wie wichtig und notwendig es ist, gerade unter Druck und mit Müdigkeit in den Strukturen zu spielen, werden wir in Zukunft erfolgreicher sein.

Am nächsten Morgen machen wir eine regenerative Einheit. Sehr zur großen Freude der Jungs laufen wir in einem nahe gelegenen Park aus. Mildes Wetter, trotz Unwetterwarnungen, gute frische Luft und viele Eichhörnchen rahmen den Weg der Laufgruppe ein. In der Halle stabilisieren wir Muskulatur, die wichtig für den Bewegungsapparat ist, duschen und wollen uns auf den Weg nach Nashville machen. Das war zumindest der Plan. Pals Familie aber möchte mit uns allen vor ihrer Heimreise unbedingt noch zum Essen gehen. Im „Chili´s“ schlemmen wir gemeinsam und sind unglaublich dankbar für die großzügige Einladung!

In Nashville steuern wir die Vanderbilt University an. Das ist die ehemalige Wirkungsstätte von Alt-Urspringer Kevin Bright. Das Basketball-Team ist auswärts unterwegs, trotzdem versuchen wir, in das Memorial Gymnasium reinzukommen. Die Halle ist nämlich etwas ganz Besonderes. Wir haben Glück und eine Reinigungskraft, die schon den ganzen Tag damit beschäftigt ist, den Boden zu scheuern, erbarmt sich unser Bitte. „Yeah Man, just go in and take a look,“ sagt er ganz locker. Ihm ist in dem Moment wahrscheinlich nicht bewusst, wir groß die Freude ist, die er unseren Spielern damit macht. In Ehrfurcht erstarrend betreten wir das Gebäude und kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus: Die an ein Theater angelehnte Halle versprüht einen ganz besonderen Flair. Alle Lichter sind an und sogar der riesige Videowürfel läuft. Wir können runter aufs Feld, sogar ein paar Würfe nehmen und die Handykameras laufen heiß. Im selben Gebäudekomplex finden wir noch die riesige Trainingshalle mit drei Querfeldern, einem Hauptfeld und einer Wurfmaschine. Die Infrastruktur beeindruckt alle und zufrieden machen wir uns auf den Weg zu einer ersten kleinen Outlet-Mall. Für Weihnachten steht das traditionelle Wichteln auf dem Programm. Einige finden etwas, leider nicht alle. Dem Wunsch, zur „normalen“ Mall in Hendersonville zu fahren, wird entsprochen. Schließlich sollen alle die Chance bekommen, ein cooles Geschenk zu finden… .

Es gelingt nicht allen, pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt anwesend zu sein. Ärgerlich. In der Zwischenzeit erfreut sich Nico mit seinem Wagen daran, die tiefen Pfützen zu durchpflügen und so riesige Gischten aufzuwirbeln. Das Unwetter ist jetzt deutlich spür- und hörbar. Tiefes Donnern, Blitze, Wind und Regen erinnern uns alle an die Kraft der Natur.

Wir warten im „Hooters“ und entgehen dem ungemütlichen Treiben vor der Tür. Die knapp bekleideten Bedienungen  verkürzen uns die Zeit, bis wir Tische zugeteilt bekommen. Genauso wie die unzähligen TV-Screens. Verschiedene Sender laufen, alle möglichen Sportarten. Dem Bildbeschuss zu entkommen gelingt nur, wenn man die Augen zumacht oder auf den Boden schaut. Die bestellten Chicken Wings kommen nach einiger Zeit in rauen Mengen und das große Fressen kann beginnen. Obligatorische Gruppenfotos mit den Mädels am Ende sorgen für große Erheiterung und zufrieden geht es zurück ins Hotel.

Fortsetzung folgt…

Text und Fotos: Team Ehingen Urspring – Visit us on Facebook!

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