Cologne and beyond … Teil 3

Unter Tage ist es sicherer

Die Mentorate Ursprings waren vom 24.-28. Mai auf großer Fahrt. Nachfolgend berichtet der Mentor des Gärtnerhauses aus seiner Perspektive von der erlebnisreichen Fahrt nach Köln.

Donnerstag, 25. Mai 2017

Liebes Tagebuch,

du erinnerst dich noch an die Terminweitergabe von gestern Nacht? Die Quittung gab es beim Frühstück mittels der Frage, ob ich denn nie schlafen würde … ein Umstand, der mir des Öfteren unterstellt wird. 😆

Sei’s drum. Heute stand das erste von so einigen Highlights auf dem Programm: der Besuch des Bergbaumuseums Mechernich in der Eifel – und ich war gespannt. Das Museum umfasst eine kleine Ausstellung zum Erzbergbau in der Region sowie das für Besucher zugänglich gemachte aufgegebene Bergwerk.

Unter der sachkundigen Führung von Kumpel Willi ging es gut behelmt unter Tage und wir lernten so einiges über den Erzbergbau, die Fachsprache der Bergleute, über Bewetterung, Schächte, Stollen, Fahrten und die Zusammensetzung des Gesteins, aus welchem die sogenannten Knotten (kleine Erzkörner) in mühseliger Handarbeit herausgebrochen und -gewaschen wurden. Interessant waren auch die Tutten, im Gestein eingeschlossene Manganknollen mit einer die Phantasie männlicher Wesen beflügelnden Form.

Nach einer guten Stunde unter Tage bei angenehm kühlen 9°C stiegen wir wieder zur Erdoberfläche empor und hießen den strahlenden Sonnenschein willkommen, gewahr der Tatsache, dass ein Aufrichten nun wieder ohne Kopfanstoßen möglich war.

Hungrig machten wir uns auf zum nächsten Ziel unserer Mentoratsfahrt, der Burg Satzvey, einem Wasserschloss nicht unweit unseres aktuellen Standorts. Dort angekommen nahmen wir nach kurzer Inaugenscheinnahme ein leichtes Mittagessen in Form von Flammkuchen ein. Die Bedienung hat ganz schön große Augen ob unserer Bestellung gemacht … anscheinend kommt es eher selten vor, dass größere Gruppen eine Auswahl von allem bestellen, ohne zu differenzieren, wer was erhält. Die Biertrinker unter uns machten ihrerseits große Augen ob der winzigen Glasgröße ihrer Erfrischung. 😆 Wieder am Bus angekommen konnten wir eine Herde Ferraris bestaunen …

Zurück in Köln machten wir uns mit Sack und Pack – soll heißen mit Grillutensilien und Picknicksachen – auf den Weg in den Rheinpark. Das Schild, dass dort Grillen verboten ist, ignorierten wir gekonnt und ließen uns am Rheinufer nieder – und wenn man es genau nimmt, zählt ein Flussufer ja wohl auch nicht mehr zum gepflegten Grünbereich eines Parks. 😉 Die teils dilettantischen Versuche des Grillanzündens konnte ich nicht mit ansehen … schlussendlich hat es aber doch noch irgendwie geklappt und nach einiger Zeit roch es angenehm nach verzehrfertigem Grillgut.

Während ich die Zeit am Rheinufer damit verbrachte, den Schiffsverkehr auf dem Rhein zu beobachten, packte einen Teil der Jungs bereits das Heimweh nach der Jugendherberge (Wozu haben wir eigentlich die ganzen Bälle mitgeschleppt?), da sie sich noch frisch machen wollten für die bevorstehende Abendveranstaltung. Eine gewisse andere Person hätte man auch in einen dunklen Raum sperren können – der Effekt wäre der gleiche gewesen, solange der Handyempfang fortbestünde.

Letztendlich waren alle pünktlich, sodass wir uns auf den Weg zur Coellner Bar machen konnten … es gab Stand Up Comedy zu erleben. Wir spazierten also schnellen Schrittes gen Satire, bis unser Telefonator – diesmal durch Kopfhörer abgelenkt – eine Treppe hinunterstolperte und umknickte. Aaarrrgh! Musste das sein?!? 🙄 Nach einstimmiger Diagnose, dass, wenn es nicht anschwillt, nichts gebrochen bzw. gerissen ist, schleiften wir den Fußkranken weiter mit, auf der Suche nach der nächsten Bushaltestelle oder einem Taxistand. Wir teilten schließlich die Gruppe: der Fußkranke nahm mit mir den Bus, der Rest lief zügig weiter … und kam kurz vor uns an. Soviel zur Geschwindigkeit des ÖPNV in Köln.

Foto: Lisa Spielmann (www.lisaspielmann.de)

Das Konzept von „Boing! – Der Stand Up Comedy Club“ besteht darin, dass im Laufe eines Abends Newcomer und teils auch alte Hasen das Publikum in maximal 10 Minuten dauernden Auftritten zu erheitern versuchen. Wir hatten das Glück, insgesamt sieben Künstler zu erleben – Hany Siam, Salim Samatou, Adrian Wolf, Metromadrid, Sven Goslowski, Flo Dee und Matthias Matuschik – genial präsentiert von Gastgeber Manuel Wolff.

Je nach persönlichem Humorempfinden setze das Witz-O-Meter zu wahren Höhenflügen an … ich hatte schon die Befürchtung, den ein oder anderen künstlich beatmen lassen zu müssen. 😆 Auch unsere Chinesen hatten ihren Spaß, vor allem bei der Frage, wer denn die weiteste Anreise hatte und damit einhergehenden Witzeleien.

Nach einem unterhaltsamen Abend machten wir uns – nach Diskussion mit unserem Fußkranken – zu Fuß auf den Rückweg. Er meinte, er schaffe das schon … eine regelrechte Untertreibung, rannte er uns bei einem Stopp kurz vor der Hohenzollernbrücke förmlich davon und ward bis zur Jugendherberge nicht mehr gesehen. Zwei der Chinesen wollten unterdessen mit dem Taxi zurück …

Wir beschlossen, zum Ausklang in der Nähe der Jugendherberge noch etwas trinken zu gehen – und mussten zu unserer Enttäuschung feststellen, dass sämtliche Lokale und Bars in der Umgegend um Mitternacht Sperrstunde hatten. Unglaublich! Wir wichen daraufhin auf den 24h-Kiosk der Herberge aus und spielten in kleiner Runde noch ein bisschen Karten.

Mal sehen, was der nächste Tag an Überraschungen bereithalten wird.

 (Fortsetzung folgt …)

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