Poet der Farbe – Dia-Vortrag über den Berliner Maler Fritz Duda

Fritz Duda – ein Berliner Maler aus dem Kohlenpott. Vortrag mit Lichtbildern von Werner Röhr

 

Donnerstag, 21. April 2016,

17 Uhr bis 18:30 Uhr,

GTZ 2+3, Urspring.

Interne Veranstaltung. Die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 bis 12 ist erwünscht.

Den Maler Fritz Duda (1904-1991), Sohn eines Bergarbeiters aus dem Ruhrgebiet, prägten die sozialen Erfahrungen und die politischen Kämpfe der Kumpel, für die er sein Leben lang Partei ergriff, ebenso wie die Farben seiner Heimat. Bilder vom schweren Kampf  und von der Landschaft der Ruhrbergarbeiter wurden sein erstes und bleibendes Thema, auch nachdem er längst nicht mehr dort lebte.

Duda lernte an der Folkwangschule in Essen (1922-1925) und studierte an der Hochschule für freie und angewandte Kunst in Berlin Malerei (1925-1933), zuletzt als Meisterschüler bei Paul Plontke und Carl Hofer. Als Kommunist flog er 1933 aus der Hochschule, ab 1935 durfte er im Nazireich nicht mehr ausstellen. Von 1933 bis 1945 war er ununterbrochen im illegalen antifaschistischen Kampf.

Nach einem Neubeginn 1944 – er hatte bei einem Bombenangriff seine Bilder verloren – hellt sich seine Palette auf: Heiterkeit und frohe Farbtöne bestimmen und steigern Glut und Pracht seiner Farben, die eine Leuchtkraft erreichen, die sich, wie Arnold Zweig sagte, „durch nichts verdunkeln lässt“. Die Sonne Bulgariens und noch mehr Usbekistans hellte seine Palette noch einmal auf.

Duda ist Kolorist; Klarheit und Ausdruckskraft der Farbe sind für ihn von größter Bedeutung, seine Bilder sind von der Farbe bestimmt, ihr unterwirft er die Zeichnung. Stadtlandschaften, Stilleben und vor allem Blumenstücke zeigen ihn als Poeten der Farbe, aber selbst seine Blumenbilder sind keine Idylle, kein Rückzug auf dem gesellschaftlichen Leben. Die Farbe ist ihm Ausdrucksträger, der Kern des Malerischen.

Der Referent: Werner Röhr (*1941), Prof. Dr. phil., Historiker und Philosoph, arbeitete bis 1991 an der Akademie der Wissenschaften der DDR. Seit den 1980er Jahren hat er sich vor allem mit Forschungen und Veröffentlichungen zur Faschismus- und Weltkriegsgeschichte einen Namen gemacht. Von 1993 bis 2008 gab er das „Bulletin für Faschismus- und Weltkriegsforschung“ heraus. Seit 1994 ist er Professor für Philosophie an der Universität Zielona Góra (Polen).

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