Urspring spricht seine Gesellen los

Von Rebekka Seiffert (Kl. 10b) und Alexander Bahar

Für vergangenen Freitagnachmittag hatte Urspring zur Lossprechung der diesjährigen Gesellen in die Neue Schule eingeladen. Die Veranstaltung begann mit einem Musikstück der Schüler unter Leitung von Musiklehrer Achill Stein.

Danach begrüßte Schulleiter und Vorstand Dr. Rainer Wetzler die angehenden Gesellen (von denen leider nur Jonas Abb anwesend sein konnte), Eltern, Schüler, Lehrer und Gäste. Er ließ dabei die Geschichte Ursprings Revue passieren und erinnerte an die Verdienste des Initiators der dualen Ausbildung in Urspring, Günther Mayer, der es möglich gemacht hatbe, dass Schülerinnen und Schüler der Urspringschule eine Ausbildung neben der Schule erlernen können.

Unter den Besucher der Veranstaltung waren u.a. Ex-Landrat Heinz Seiffert mit Frau, Schelklingens Bürgermeister Ulrich Ruckh, Stiftungsratsvorsitzender Thomas Palm und Günther Mayer, langjähriger Ausbilder und Initiator der dualen Ausbildung in Urspring.

Im Anschluss daran sprach zuerst Schreinermeister Manuel Stöckle seine Gesellen Jonas Abb, Philipp Heinzel und Jakob Neuser los, deren Entwicklung während der Lehre er humorvoll skizzierte. „Mit der Schreinerlehre wart Ihr bestimmt nicht auf dem Holzweg ‒ der ist übrigens manchmal besser als sein Ruf!“, sagte er und erntete dafür den Applaus der Anwesenden.

Schreinermeister Manuel Stöckle bei seiner Ansprache

Eine sehr persönliche Rede hielt Schneidermeisterin Simone Krauß anlässlich der Lossprechung ihrer Gesellin Asja Kaba, die es infolge des obligatorischen Freitagnachmittag-Staus auf der A8 leider nicht rechtzeitig nach Urspring geschafft hatte und erst zum anschließenden Sektempfang eintraf. In ihrer Rede skizzierte sie ihren ehemaligen Lehrling als  eine Mischung aus „Einzelkämpfer“, „verrücktem Huhn“, gelegentlichem „Nervenbündel“ und „Mutmacherin“, „die sich all‘ die Jahre allein, auch wenn’s schwierig wurde, durchgeboxt hat“. An alle gerichtet fuhr sie fort: „Und manchem ist es glaube ich gar nicht so bewusst, wie schwierig es manchmal fällt, sich allein zu motivieren und aufzurappeln, um sein Ziel voranzubringen. Ich glaube, das gilt besonders für die Mittelstufe.“

Auf sehr persönliche Art und Weise sprach Schneidermeisterin Simone Krauss ihren ehemaligen Lehrling Asja Kaba los.

In der Tat verdienen alle Urspringer Gesellen Respekt und  Anerkennung, ist es doch für manche ein täglicher Kampf,  die Lehre bis zum Ende durchzuhalten. Jonas Abb sprach dieses Thema in seiner Dankesrede an, berichtete von seinen Erfahrungen und wie er mit dem Gedanken gespielt habe, die Ausbildung abzubrechen. Vor allem das frühe Aufstehen an den Samstagen sei mitunter eine Qual gewesen, sagte er. Er zeigte sich stolz, nicht aufgehört zu haben und nach dem Abitur im vergangenen Jahr nun auch den Gesellenbrief in seinen Händen halten zu dürfen. Seinen herzlichen Dank sprach er neben seinen Ausbildern Klaus Dursch und Manuel Stöckle auch der Urspringschule als Ganzes, seinen Eltern sowie allen aus, die ihn auf seinem Weg unterstützt hätten.

Jonas Abb sprach von den Schwierigkeiten, die Ausbildung bis zum Ende durchzuhalten … (im Hintergrund sein Gesellenstück)

… und freute sich umso mehr darüber, nun den Gesellenbrief in Händen halten zu dürfen.

In ihrer ungehaltenen Rede (das Manuskript liegt den Autoren vor) ging auch Asja Kaba auf die Schwierigkeiten ein, welche die Doppelbelastung Schule und Lehre für sie mit sich brachte. „Besonders schwer“ sei das an „heißen Sommertagen“ gewesen, „denn während alle anderen am Baggersee ausspannen konnten, mussten wir Lehrlinge hart ackern.“ Allerdings  habe sie auf diese Weise „viele wichtige Erfahrungen machen“ können, „nicht nur technische, sondern auch auf zwischenmenschlicher Ebene“, schreibt sie.  Wie zuvor Jonas Abb in seiner Rede dankte auch Asja Kaba ihren Ausbilderinnen Simone Krauß und Brigitte Thanner-Mang – dafür, „dass Sie mir dabei geholfen haben, einen so großen Schritt meines Lebens zu meistern.“

Steckte auf der A8 im Stau fest: Neu-Gesellin Asja Kaba in ihrem Gesellenstück.

Für die Geschwister-Gaß-Stiftung ergriff anschließend deren langjähriger Vorsitzender Konrad Gaß das Wort. Auch er war von 1942 bis 1950 Schüler der Urspringschule. Wie Schulleiter Wetzler erinnerte Gaß an die schwierigen Anfänge der dualen Ausbildung in Urspring, um anschließend Jonas Abb stellvertretend für alle losgesprochenen Gesellen namens der Geschwister Gaß-Stiftung einen Umschlag mit einem Präsent zu überreichen.

 

Jonas Abb durfte für die frischgebackenen Gesellen ein Präsent der Geschwister Gaß-Stiftung entgegennehmen.

Die abschließenden Segensworte sprach Dekan Frithjof Schwesig, der den frischgebackenen Gesellen zugleich drei persönliche Wünsche mit auf den Weg gab: „Liebevolle Weggefährten, ehrliche Freunde und erfüllte Augenblicke.“

Dekan Frithjof Schwesig sprach die Segensworte.

Nach einem weiteren Musikstück der Schüler beendete Schulleiter Wetzler die Veranstaltung und lud alle noch zu einem Sektempfang mit Häppchen in den Kreuzgang des ehemaligen Benediktinerinnenklosters ein.

Stiftungsratsvorsitzener Thomals Palm im Gespräch mit der frischgebackenen Gesellin

Fotos: A. Bahar u. B. Hüttenrauch

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