Wie radikal war Martin Luther? Vortrag von Dr. Wolfgang Beutin

Anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 ist der Literaturwissenschaftler und Historiker Dr. Wolfgang Beutin am Donnerstag, dem 16. Februar 2017, an der Urspringschule zu Gast. Zu seinem Vortrag „Der radikale Doktor Martin Luther“ (GTZ, Beginn 19:30 Uhr) lädt die Urspringschule herzlich ein.

Ziel des Referenten ist es, Luthers Theologie unter dem Gesichtspunkt ihrer Radikalität zu beschreiben. Den Kern dieser Theologie bilden nicht Luthers fraglos schlimme Äußerungen über aufständische Bauern, Juden und Türken oder gar der Antijudaismus, die in Diskussionen oft in den Mittelpunkt gerückt werden. Das Herzstück seiner Lehre ist vielmehr „das Reich nicht von dieser Welt“, seine theologische Verkündung der Freiheit und Gleichheit. Mit seiner Berufung auf den Freiheits- und Gleichheitsgedanken wie mit der Forderung der Wählbarkeit und Absetzbarkeit von Autoritäten steht Luther am Anfang der demokratischen Bewegung in Deutschland. Der Reformator dachte freilich keineswegs daran, Freiheit und Gleichheit als Regulative für das Reich von dieser Welt zu propagieren. Doch übersprangen die benannten Prinzipien die Grenzen des kirchlich-geistlichen Bereichs und halfen dabei, die Keime einer künftigen Demokratie zu entwickeln. Sie inspirierten die Verfasser der amerikanischen  Unabhängigkeitserklärung und fanden sich wieder als Parolen der Französischen Revolution.

PD Dr. Wolfgang Beutin studierte Germanistik und Geschichte in Hamburg und Saarbrücken. Er war Universitätsdozent an der Universität Hamburg und ist Privatdozent an der Universität Bremen. Er ist Autor von Büchern über Literatur im Mittelalter und der Moderne und Mitverfasser der im Metzler-Verlag erschienenen „Deutschen Literaturgeschichte“. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit veröffentlicht er auch belletristische Werke.

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